Dr. Wolfram Kiwit - Vorsitzender der NOVA Jury

 Dr. Wolfram Kiwit, Chefredakteur, Verlag Lensing-Wolff

Dr. Wolfram Kiwit, Chefredakteur, Verlag Lensing-Wolff

Wie haben Sie als diesjähriger Vorsitzender der Nova-Jury insgesamt die Einreichungen zu Nova für das Wettbewerbsjahr 2018 gesehen? War eine besondere Überraschung dabei?

NOVA ist 2017 super gestartet und konnte 2018 noch einmal richtig zulegen. Wir merken alle, dass Medienhäuser auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern sind. „Transfomation“ und „Innovation“ sind tägliche Vokabeln auf unseren Fluren und an den Konferenztischen. Und so waren auch die Einreichungen für den „Innovation Award der deutschen Zeitungen“ Ausdruck sprudelnder Innovationskraft und Kreativität. Ich habe oft gedacht, „das können wir doch auch machen“ – was ein guter Gradmesser für die Relevanz der Produkt-Ideen und Vermarkungsinnovationen ist.

Überraschend fand ich die Einreichung, die in keine Kategorie passte: So entstand der Sonderpreis der siebenköpfigen Jury, der an „Die Welt“ ging. Die Redaktion versinnbildlichte das Verbrechen an Deniz Yücel, indem sie den Grundriss seiner Zelle in Originalgröße auf Zeitungsseiten nachbildete. Das fand ich als Redakteur innovativ. Und es war ein starkes Statement für die Pressefreiheit.

Was können die deutschen Zeitungen aus dem Nova-Wettbewerb in den drei Kategorien Produkt- sowie Vermarktungsinnovation und Neue Geschäftsfelder mitnehmen? Vor dem Hintergrund des Wettbewerbes: Welche Empfehlungen können Sie den deutschen Zeitungen für die Zukunft geben?

Mitnehmen können wir, dass wir enger zusammenrücken müssen. Der Nova-Award ist eine überfällige Plattform, eine Ideenbörse der Innovationen. Es ist besser, schneller und erfolgsversprechender von anderen zu lernen, als alleine zu scheitern. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Jury auch 2019 die Qual der Wahl hätte. Weil sie aus einem Füllhorn der Produkt- und Vermarktungsinnovationen auswählen muss.

Weil viele Gründergeister zu vielen neuen Geschäftsfeldern führen. Und dann Kolleginnen und Kollegen denken: Oh, das können wir doch auch machen …

Zuletzt eine persönliche Frage: Welche Innovation hat Sie privat zuletzt mehr als positiv überrascht?

Zuletzt eine persönliche Frage: Welche Innovation hat Sie privat zuletzt mehr als positiv überrascht?

Ganz analog: Der neue Messerblock in der Küche. Mit wirklich scharfen Messern. Der überrascht mich mehr als das neue Macbook pro - das aber auch nicht so schlecht ist ;-)

Vielen Dank für das Interview!

Lisa Wilhelm