AWA 2019 zur Zukunft des Lesens

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Die neuesten Ergebnisse der AWA 2019 dokumentieren einen tiefgreifenden Wandel der Mediennutzung. Dies hat einen deutlichen Einfluss auf die Lesepraxis. Der seit längerem anhaltende dynamische Veränderungsprozess hat Folgen für die Nutzungsmuster und vor allem Beziehungen zu den Medien.

Das Internet als Nachrichtenmedium und als Medium der gezielten Information gewinnt zunehmend an Bedeutung, damit wird das bisher eher habituell geprägte Informationsverhalten zunehmend von Situation und Anlass beeinflusst.

Die Dynamik wurde besonders bei der jungen Generation nachgewiesen. Dies hat zur Folge, dass generationsspezifische Informations- und Kommunikationskulturen entstanden sind.

Die Kernergebnisse der Sonderanalyse sind:

  • Für einen wachsenden Teil der Jüngeren ist der tägliche Nachrichtenkonsum nicht mehr die Regel

  • Bei der gezielten Informationssuche sind generationsspezifische Unterschiede nachzuweisen: Auf die Frage, “was man normalerweise macht, wenn man sich über etwas näher und umfangreicher informieren möchte”

    Suchen im Internet:

    Bevölkerung insgesamt: 72%,

    14- bis 29-Jährige: 92% bzw.

    Lesen Berichte in einer Zeitung:

    Bevölkerung insgesamt: 41%,

    14- bis 29-Jährige: 20%

  • Nur für wenige der Jüngeren ist die Möglichkeit der ausführlichen Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften ein Grund zur Freude

    Bevölkerung insgesamt: 50%,

    14- bis 29-Jährige: 17%.

  • Lektüre am Bildschirm – die Digitalisierung der Lesepraxis

    • Die Ausstattung der Bildschirmsysteme für das digitale Lesen ist hoch

    • Die Bandbreite digital genutzter Texte ist groß: Ein großer Teil wird am Bildschirm gelesen und dies mit steigender Tendenz.

    • Die Mehrheit der Bevölkerung zieht allerdings bei längeren Texten die Printversion vor.

    • Hinzu kommt, dass das Leseerlebnis am Bildschirm und auf Papier unterschiedlich beurteilt wird.

  • Die Nutzung von Texten am Bildschirm (Auswahl)

    • Es nutzen Zeitungs- und Zeitschriftenarchive im Internet:

      Bevölkerung insgesamt: 16%,

      14- bis 29-Jährige: 17%.  

    • Es lesen E-books:

      Bevölkerung insgesamt: 12%,

      14- bis 29-Jährige: 15%.

    • Es lesen kostenpflichtige digitale Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften:

      Bevölkerung insgesamt: 7%,

      14- bis 29-Jährige: 7%.

  • Unterschiedliches Leseerlebnis print und digital:

    Print wird als zeitintensiv, digitales Lesen als anstrengend empfunden.

  • Weitgehend unveränderte Wahrnehmung zentraler Vorteile des Lesens auf Papier

    • Man kann sich das Gelesene gut merken

      (2013: 56%, 2018: 51%)

    • Macht Spaß: (2013: 42%; 2018: 39 %)

    • Gut für längere Texte geeignet:

      (2013: 37%, 2018: 35%)

Link zur Sonderanalyse AWA 2019 - Zur Zukunft des Lesens

Lisa Wilhelm